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Leben nach der Transplantation
Reisen nach der Transplantation
Sowie die ersten Wochen nach einer Herz-, oder Lungentransplantation überstanden sind, entsteht der Wunsch wieder eine Reise anzutreten.
Reisen mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug sind möglich.
Zunächst werden nahe Ziele ins Auge gefasst, bei denen man auf kurzen Wegen sein Ziel erreicht und weder Klima- noch Zeitunterschiede eine Rolle
spielen.
Dies wird im Allgemeinen möglich sein und nur wenige organisatorische Fragen sind zu klären:
Sind die Ärzte in der Transplantationsambulanz einverstanden?
Kann ich die Transplantationsambulanz stets erreichen?
Notieren Sie sich vor der Abreise alle wichtig Telefonnummern.
Am Tage die Nummer der Transplantationsambulanz
(030-4593 2140) und ab 16 Uhr die Nummer der Transplantationsstation (030-4593 1990).
Sollten Sie nicht gleich einen Arzt erreichen, hinterlassen
Sie Ihre Nummer und bitten um Rückruf wegen Dringlichkeit.
Kann ich mein IMEG anschließen?
Fragen Sie bereits bei der Buchung Ihres Hotels, ob Ihr Zimmer durch Direktwahl erreichbar ist, weil Sie Ihr IMEG nachts anlegen müssen und die telefonische Verbindung zum Herzzentrum wegen der Datenabfrage hergestellt werden muss. Teilen Sie die IMEG-Zentrale Ihre Durchwahlnummer mit, und vereinbaren Sie einen Probeanruf.
Habe ich genügend Medikamente dabei?
Berechnen Sie die Zeit Ihres Urlaubs genau und kalkulieren Sie einige Tage mehr ein, um ihre Medikamente
in ausreichender Menge vorrätig zu haben.
Es können sich auf Reisen unvorhergesehene Verspätungen ereignen.
Wie ist die örtliche Notrufnummer?
Diese ist nicht in allen Ländern/ Bundesländern gleich, obwohl es angestrebt wird. An der Hotelrezeption
kann man Ihnen sicher weiterhelfen. Lassen
Sie sich auch die Adresse des ärztlichen Notdienstes
und des nächsten Krankenhauses geben.
Falls Sie für einen längeren Zeitraum verreisen, müssen Sie vorher mit der TX Ambulanz auch die Häufigkeit erforderlicher Blutabnahmen besprechen
und am Urlaubsort die Adresse eines Labors (beim Arzt oder im Krankenhaus) erfragen.
Achten Sie darauf, dass der konsultierte Arzt bereit ist, jederzeit mit dem Herzzentrum Rücksprache zu halten und zu kooperieren.
In Ihrem Notfallausweis sollten Ihre wichtigsten medizinischen Daten stehen, sowie die Telefonnummern
von Transplantationsambulanz und Herzzentrum.
Reiseapotheke
Alle Medikamente, die Sie vom Herzzentrum
verordnet bekommen haben, sollten Sie in ausreichender
Menge mitführen. Ansonsten
gehört in die Reiseapotheke:
- Aspirin oder Paracetamol für den Bedarf bei z.B. Kopfschmerzen
- ein Antiseptikum für Verletzungen an der Haut
- ein Magenschutzmittel
- ein Mittel gegen Durchfallerkrankungen
- steriles Verbandsmaterial
- Pflaster
- eine elastische Binde
- Augentropfen gegen Reizungen
- Nasentropfen
- Rachenantiseptikum
- Antibiotika (sollten nur nach Anweisung eines Arztes genommen werden)
Sollten Sie trotz aller Vorsicht im Urlaub erkranken,
müssen Sie sich mit dem Herzzentrum in Verbindung setzen, um zu klären, ob Sie den Heimweg antreten sollen, oder ob Sie einen örtlich ansässigen Arzt konsultieren sollen, der mit dem Herzzentrum Kontakt aufnimmt und ggf. Ihre Behandlung übernimmt. Wenn Sie ins Herzzentrum kommen müssen, dann ist zu klären,
auf welchem schnellstmöglichen Wege das geschehen soll.
Flughafen:
Bisher gilt noch die Regel, mit dem Schrittmacher nicht durch die Personenkontrolle zu gehen, Sie sollten Ihren Schrittmacherausweis
dem Kontrollpersonal
vorlegen und nach deren Anweisungen
handeln.
Reiseziele
Der Wunsch ferne Länder zu besuchen, ist oft ein lang gehegter Wunsch.
Nun mit dem neuen Herzen oder der neuen Lunge
fühlen Sie sich endlich dazu bereit. Aber Sie sollten doch einiges beachten.
Zunächst besteht das Problem einer langen Rückreise
im Notfall, die ungewohnten klimatischen Verhältnisse, z.B. in den Tropen oder der Arktis, die Zeitverschiebung, die hygienischen Verhältnisse,
die ungewohnte Kost, verunreinigte Gewässer durch Parasiten, Vorkommen besonderer Infektionskrankheiten, Verständigungsschwierigkeiten
durch mangelnde Sprachkenntnisse.
Will man aber eine Fernreise unternehmen, ergeben
sich spezielle Fragen:
Impfungen sollte
man jeweils rechtzeitig vor Reiseantritt mit dem Tropeninstitut
absprechen, denn je nach Reiseziel sind die Empfehlungen verschieden.
Allgemein gilt aber, dass Impfungen mit so genanntem
Totimpfstoff gegen Poliomyelitis, Diphtherie,
Tetanus,
Pneumokokken, Hepatitis A und B und Influenza erlaubt sind. Hingegen sind Impfungen mit Lebendimpfstoff,
wie z. B. gegen Masern, Mumps und Röteln sowie Gelbfieber nicht erlaubt.
Deswegen
bestehen Reisebeschränkungen für Länder
mit Gelbfiebergefahr.
Vorichtsmaßnahmen
Reisekrankheiten durch mangelhafte Hygiene der Nahrungsmittel oder des Trinkwassers erfordern
gewisse Einschränkungen.
Meiden Sie rohes Fleisch oder Fisch, Eierspeisen, Leitungswasser, Eiswürfel, Speiseeis, Getränke aus offenen Flaschen, Salate.
Insektenschutz
Malaria wird durch den Stich einer Mücke übertragen.
In tropischen Ländern, in denen die Mücke verbreitet
ist, muss man sich intensiv schützen.
Dazu gehören ein Moskitonetz, Repellentien
zum Einreiben der Haut, Schutz durch zweckmäßige
Kleidung und Malariamittel, die entsprechend des Reisezieles vom Tropeninstitut zu erfragen sind.
Sonnenschutz für die Haut nicht vergessen. (bitte beachten Sie auch unsere Broschüre zum Thema Hautschutz nach der Transplantation)
Barfuss laufen oder Baden in Gewässern (außer dem Meer) meiden.
Sexuelle Kontakte natürlich nur mit Schutz.
Dr. med. Bärbel Fuhrmann
ehem. Leitende Ärztin der Reha- Klinik Seehof in Teltow |
Hier finden Sie unseren Flyer zu Reisen nach der Transplantation zum Download:
Reisen.pdf
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