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Aktueller Bereich: Informationen zur Transplantation
Informationen zur Transplantation

Hauterkrankungen

Mitbedingt durch die Einnahme immunsupprimierender
Medikamente haben transplantierte Patienten ein erhöhtes Risiko Hauterkrankungen zu entwickeln.


Welche Hautveränderungen treten besonders häufig auf?

Hauttumoren und Hautinfektionen stellen neben einer zu öligen oder zu trockenen Haut, Haarausfall oder ein verstärktes Haarwachstum sowie Juckreiz die häufigsten Hauterkrankungen nach Transplantation da.


Viren

Warzen werden durch das Humane Papilloma Virus (HPV) verursacht. Auch noch Jahre nach Transplantation treten Warzen häufig beetartig in sonnenlicht exponierten
Hautarealen, sowie an Hand- und Fußflächen auf.
Neben dem Sonnenlicht sind auch Durchblutungsstörungen,
etwa durch Rauchen bedingt, wichtige Kofaktoren
für Warzen.

Bei der Behandlung sollte daran gedacht werden, dass Warzen auch tief in die Haut eindringen können. Diese
auch Dornwarzen genannten Warzen finden sich besonders häufig an Händen und Fußsohlen. Nach Abtragung der Warzenoberfläche - etwa durch entsprechende
Pflaster, Laser oder Curettage können die Viren mit einer entsprechenden Tinktur auch in der Tiefe der Warze bekämpft werden. Sie können die Behandlung durch regelmäßige warme Bäder der behandelten Hautareale
unterstützen.

Viren der Herpes simplex und Zoster (Gürtelrose) Gruppe
sind durch frühere Infektionen in den meisten latent – daher ohne sichtbare Aktivität – vorhanden.
Herpes simplex Viren treten auf einem gerötetem Hautuntergrund als kleine, stecknadelkopfgroße, gruppiert stehende Bläschen beispielsweise an der Lippe („Fieberbläschen“), im Genitalbereich (‚Herpes genitalis’) oder in anderen Hautarealen auf.

Die Gürtelrose tritt meist einseitig, „gürtel“- oder sektorenartig im Versorgungsgebiet eines Hautnerven auf. Verbunden damit ist gelegentlich ein stechender oder „ziehender“ Schmerz. Während der Herpes simplex in der Frühphase – also noch vor dem Auftreten von Bläschen
– mit Acyclovir-haltigen Cremes zu behandeln ist sollte die Gürtelrose immer durch einen Arzt behandelt werden. Neben einer desinfizierenden Lokaltherapie und Tabletten müssen manchmal Infusionsbehandlungen
eingesetzt werden um die Viren zu behandeln.


Pilze

Fuß- und Nagelpilze sind bei Organtransplantierten mitunter so ausgedehnt, dass eine Behandlung durch Ihren Arzt notwendig wird. So können durch die Pilze betroffene Zehenzwischenräume zur Eintrittspforte von Bakterien werden, die sich dann ihrerseits wieder zu gefährliche
Wundinfektionen weiter entwickeln können. Sie selber sollten Pilzerkrankungen durch eine gute Fußhygiene vorbeugen.

Tinea corporis, also Hautpilzerkrankungen des Körperstammes, findet sich bei Organtransplantierten eben-falls gehäuft. Dabei handelt es sich in der Regel um rund-lich-bogig wachsende, ekzemartig-schuppende, rand-betonte Rötungen der Haut. Häufig findet sich Juckreiz. Ihr Hautarzt hilft Ihnen diese ungefährliche, aber lästige und ansteckende Hautinfektion zu therapieren.

Die Pityriasis versicolor ist eine ebenfalls ungefährliche,
aber gelegentlich lästige Erkrankung, die durch bestimmte Hefepilze verursacht wird. Besonders am Körperstamm, Oberarmen und Hals finden sich hellbräunliche
Flecken, die bei sonnengebräunter Haut auch weißlich erscheinen können. Eine Behandlung mit entsprechenden Shampoos kann von Ihrem Hautarzt verordnet werden.


Bakterien

Neben einer deutlich erhöhten Rate an Wundheilungsstörungen und Wundinfektionen finden sich bei Organtransplantierten besonders in der Frühphase Infektionen der Haarfollikel (Wurzeln). Diese auch als Follikulitis bezeichnete Hautinfektion findet sich häufig im Bereich des Rückens, gelegentlich auch im Gesicht. Follikulitiden treten besonders in den ersten Wochen und Monaten nach einer Transplantation, unter noch hohen Cortisonspiegeln, auf. Auch hier kann der Hautarzt
mit antibiotikahaltigen Lösungen weiterhelfen.


Was ist Hautkrebs?

Unter Hautkrebs versteht man die genetische „Entartung“
von zuvor unauffälligen, gesunden Hautzellen. Bereits frühe Veränderungen der Hautoberfläche geben dem Hautarzt wichtige Hinweise. Nachfolgend
werden einige der bei Organtransplantierten typischerweise auftretenden Hautkrebsformen vorgestellt.
Sollten Sie ähnliche Veränderungen bei sich bemerken setzen Sie sich baldmöglichst mit Ihrem Hautarzt in Verbindung. Je frühzeitiger ein Krebs erkannt
wird, desto leichter kann er behandelt werden.


Wie sieht Hautkrebs aus?

Das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) ist der häufigste
Hautkrebs organtransplantierter Patienten. Meist treten sie an sonnenbelichteten Stellen auf (Unbehaarter Kopf (Ohren, Lippen, Nase und Glatze), Hals, Unterarme und Handrücken).

Klinisch zeigen sich Plattenepithelkarzinome als rötlicher
Fleck oder Knötchen, oft mit Schuppen-, Blut- oder Krustenauflagerung. Im fortgeschrittenen Stadium
können Plattenepithelkarzinome metastasieren.
Aktinische Keratosen („Lichtschwielen“) sind die unmittelbare

Vorstufe/Frühform des schon eingewachsenen
Plattenepithelkarzinoms Meist treten sie beetartig
in den Sonnenlicht-exponierten Hautregionen als umschriebene Rauhigkeit auf und sind anfangs eher tastbar, als sichtbar. Eine besonders aggressive Form findet sich als „aktinische Cheilitis“ an der Unterlippe.

Das Basalzellkarzinom (Basaliom) wächst gewöhnlich als blasse rosafarbene Papel oder Knötchen. Gelegentlich
finden sich auffällige Äderchen. Auch dieser Hautkrebs ist häufig an sonnenexponierten Stellen zu finden, findet sich aber prinzipiell auch in anderen Hautarealen. Besonders am Körperstamm finden sich auch Wachtumsformen, die einer unscheinbaren Narbe ähneln können. Unter Zerstörung des umliegenden Gewebes wächst das Basaliom auch in tiefe Haut-, Muskel- und Knochenstrukturen ein und sollte daher ebenfalls frühzeitig entfernt werden.

Im Gegensatz zum Plattenepithelkarzinom sind Absiedlungen (Metastasen) bei Basaliomen bislang nur sehr selten beobachtet worden.

Das maligne Melanom – ein sehr bösartiger Hautkrebs, der anfangs einem Muttermal oder „Leberfleck“ nicht unähnlich sieht – kommt bei Organtransplantierten nur gering-gradig häufiger vor, als bei Nicht-Transplantierten.

Trotzdem sollten ungleichmäßig gefärbte, unscharf
begrenzte oder gar blutende Muttermale von einem Hautarzt kontrolliert werden. Gleiches gilt für wachsende oder neu aufgetretene, dunkel pigmentierte
Flecken der Haut.


Warum haben Transplantierte häufig Hauterkrankungen?


Als mit ca. 2 m2 größtes Organ des menschlichen Körpers
stellt die Haut die wesentliche Grenzfläche dar, die den Körper von Umwelteinflüssen abgeschirmt. Die Haut ist auf eine ständige Erneuerung angewiesen und wird durch ein kompliziertes immunologisches Abwehrsystem geschützt.
Bei langfristiger Einnahme immunschwächender Medikamente kann es zu einer Abnahme dieser Abwehr- und Schutzleistungen kommen.

Wenn sich die Haut nicht mehr gegen Umwelteinflüsse abschirmen kann, breiten sich Pilze, Bakterien und Viren aus. Umweltreize, besonders das Ultraviolette Licht (UV), verursachen Erbgutveränderungen in Hautzellen, die dann vom Abwehrsystem nicht immer rechtzeitig erkannt und abgebaut werden können.

Den eigentlichen Schlüssel haben Sie jedoch selber in der Hand. Durch einen bewussten Umgang mit Risikofaktoren
(Sonnenlicht, Rauchen) tragen Sie wesentlich zu einer Vermeidung von Warzen, Hautkrebs und anderen Hauterkrankungen bei!



Was kann ich tun?

  • täglich Sonnenschutzcreme (LSF 25), die im UVA und UVB Bereich wirksam ist
  • auch bei bewölktem Wetter Sonnencreme verwenden
  • häufig vernachlässigte Areale nicht vergessen (Nacken, Ohren, Glatze, Handrücken, Lippen)
  • Auch das Tragen von Kleidung schützt! (T-Shirt, Kopfbedeckung).
  • Sonnenbaden oder der Besuch von Sonnenbänken sind zu vermeiden.
  • einmal jährlich beim Hautarzt untersuchen lassen
  • Regelmäßige Selbstuntersuchung von Haut und Lymphknoten
  • Bei verdächtigen Hautveränderungen unverzüglich zum Hautarzt


    Dr. med. Claas Ulrich,
    Klinik für Dermatologie, Charité - Berlin



Flyer Reha

Hier finden Sie unseren Flyer zur Rehabilitation zum Download:
Haut.pdf



Interessanter Link:
Sprechstunde zur hautärztlichen Versorgung organtransplantierter Patienten

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